Sortenvielfalt

Europaweit existieren noch mehrere Tausend Apfelsorten, Birnensorten etc.. Davon merkt man beim Einkaufen in normalen Geschäften jedoch nichts ! Dabei wäre etwas Abwechslung in Geschmack, Aussehen, Größe usw. eine Bereicherung. Ich bin immer auf der Suche, interessante meist alte Sorten wieder aufzuspüren. Man findet sie über den Austausch mit gleichgesinnten Sortensammlern, über den Pomologenverein, Veröffentlichungen in Fachbüchern, Sortenerhaltungsprojekten ... Diejenigen Sorten, die sich interessant anhören bezüglich Geschmack und Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten, versuche ich zu bekommen. Sehr seltene Sorten sind nicht mehr als Baum käuflich erwerbbar. Wenn ich ein Edelreis (einjähriger "Zweig") irgendwo herkriege, genügt das, um damit selber einen neuen Baum heranzuziehen, oder es auf einen vorhandenen aufzuveredeln (z.B. einen Mehrsortenbaum). Stellt sich die Sorte nach einigen Jahren als anbauwürdig heraus, vermehre ich sie weiter. Im Moment befinden sich auf meiner Obstwiese mehr als 200 Apfel- und mehr als 70 Birnensorten. Beim Großteil der Sorten warte ich noch auf die ersten Früchte.

Alte Sorten

Ich beschäftige mich vor allem mit alten Sorten (Ausnahme Topaz). Bei der Züchtung neuerer Sorten wurde häufig kein Wert auf Robustheit gegenüber Krankheiten gelegt. Es gibt zwar auch neuere widerstandsfähige Sorten, aber bei diesen fehlt oft noch die langfristige Erprobung. Bei einigen wurde z.B. die Resistenz gegenüber Schorf (braune Flecken auf den Früchten) nach einigen Jahren durchbrochen, wie z.B. Topaz. Meine Topaz Bäume brauchen daher leider mehr Pflege und die Äpfel schauen nicht so schön aus wie bei robusteren Sorten, wenn man auf den Einsatz von Fungiziden verzichtet. Wenn eine alte Sorte schon seit 200 Jahren schorfresistent ist, ist es äußerst unwahrscheinlich, daß diese in Zukunft durchbrochen wird.